PETA - flüchtige Fehler, oder absichtlich überzogene Kampagnen?
PETA - flüchtige Fehler, oder absichtlich überzogene Kampagnen?
Tierschutzorganisationen, wie beispielsweise PETA, haben es sich anscheinend zur Lebensaufgabe gemacht, immer wieder neue Kampagnen gegen die private Haltung von Exoten zu starten. Und da dies zurzeit auch in den Medien ein beliebtes Thema ist, muss man natürlich auch auf diesen Zug aufspringen.
Der Tenor von solchen Kampagnen ist eigentlich immer der gleiche. Man unterstellt den privaten Haltern mangelnde Sachkunde und behauptet einfach, dass es nicht möglich ist, als privater Halter solche Tiere artgerecht unterzubringen.
Doch wie sieht es eigentlich mit der Sachkunde bei PETA selbst aus? Wenn man solche Kampagnen startet, dann müsste man ja zumindest selbst über eben diese Sachkunde verfügen, damit man weiß, worüber man überhaupt spricht.
Schaut man sich nun einmal die aktuelle Webseite von PETA (http://www.peta.de/exoten) an, dann muss man jedoch sehr schnell erkennen, dass es bei den dafür Verantwortlichen an der entsprechenden Fach- und Sachkunde fehlt.
Schon die Headlines und Teaser offenbaren die scheinbaren Wissenslücken. Zielt man mit solchen Kampagnen auf die private Haltung von Reptilien, wird aber pauschal über "Exoten" gesprochen. Ohne weitere Definition von "Exoten" würde dies also bedeuten, das nicht nur Reptilien, sondern unter anderem auch Hamster, Wellensittiche und genau genommen auch Katzen von diesen Kampagnen betroffen wären. Wir dürfen also gespannt sein, wie PETA Ihren Mitgliedern und den prominenten Unterstützern dann erklärt, dass deren Kinder nun die geliebten Kuscheltiere abgeben müssen.
Viel gravierender sind dann aber anscheinend die Wissenslücken, wenn es um die harten Fakten geht. An diesem Punkt zeigt sich dann nämlich die fehlende Sachkunde über das eigentliche Thema. Bleiben wir bei der aktuellen Webseite und dem "Aufmacher" auf der ersten Seite. Dort schreibt man unter anderem:
"Der Handel verschweigt gerne, dass der Haltung von Reptilien das "Gutachten über die Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien" vom Bundesverbraucherschutzministerium zu Grunde liegt. Der Kunde würde sich vom Kauf abwenden wüsste er, dass z.B. für eine ausgewachsene 30 cm lange Bartagame ein 2,40m langes Terrarium vorgeschrieben ist, für einen Brillenkaiman 24 m in der Länge incl. Wasserteil (und das ist nur die Mindestanforderung). Er würde den Rücken kehren, wüsste er, wie hoch die monatlichen Stromkosten sind von UV Lampen, Heizstein u.v.m., die nicht nur Sommer wie Winter, sondern Tag und Nacht im Einsatz sind."
Dieser Abschnitt lässt jedem, der sich mit diesem Thema auskennt und auch nur ansatzweise über die erforderliche Sachkunde verfügt, die Haare zu Berge stehen. Gut, dass der "Handel" dem Käufer genau solche falschen Informationen "verschweigt".
Dann wollen wir den Verantwortlichen bei PETA einmal behilflich sein und sie auf ihrem Weg in die Haltung von Reptilien unterstützen.
Fangen wir mit dem "Gutachten der Sachverständigengruppe über die Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien" an. Dieses ist unter http://www.bmelv.de/SharedDocs/Standardartikel/Landwirtschaft/Tier/Tierhaltung/HaltungReptilien.html zu finden. Nehmen wir uns nun die benannte Bartagame und schauen einmal nach. Damit man die Suchfunktion überspringen kann, schauen wir gleich auf die Seite 16 und finden dort unsere Bartagame (Bartagamen Pogona) in der 2. Zeile. In der 3. Spalte steht dann "5x4x3". Dies ist der Faktor, nach welchem die Mindestanforderungen berechnet werden. Und wie wir alle wissen, geschieht dies bei Bartagamen nach der Kopf-Rumpf-Länge, also ohne den Schwanz. Unsere Bartagame von der PETA-Webseite soll also 30cm lang sein. Also wäre dies dann
Gattung/Art: Pogona (Bartagamen)
Mindestanforderung: Faktor 5.00x4.00x3.00
KRL (Kopf-Rumpf-Länge): 30 cm
Anzahl Tiere: 1 Tier(e)
Terrarium Länge: 150 cm
Terrarium Breite: 120 cm
Terrarium Höhe: 90 cm
Wie man also sieht, ist nach dem Gutachten kein "2,40m langes" Terrarium "vorgeschrieben". Als kleine Nebeninformation sollte man noch anfügen, dass "Vorgeschrieben" sowieso das falsche Wort ist, denn dieses Gutachten stellt lediglich eine Empfehlung dar. Es ist zwar richtig, das ein Terrarium von 2,40 Meter Länge für eine Bartagame sicherlich eine bessere Empfehlung ist, als eines mit nur 1,50 Meter. Nur dann sollte man es auch so schreiben und nicht behaupten, dass es die vorgeschriebene Mindestanforderung ist. Dies ist dann nämlich schlichtweg falsch!
Überspringen wir den Brillenkaiman, denn um dazu überhaupt etwas sagen zu können, müsste man die Art kennen welche gemeint ist, und kommen wir zu
" ... UV Lampen, Heizstein u.v.m., die nicht nur Sommer wie Winter, sondern Tag und Nacht im Einsatz sind."
Zu den Stromkosten muss man nichts sagen, denn jedes Hobby kostet Geld, egal ob man sein Geld für Strom oder für die Briefmarkensammlung ausgibt. Interessanter wäre die Frage, warum nach der Meinung von PETA die Beleuchtung "Tag und Nacht" im Einsatz sein soll? Warum sollte bei der Bartagame von der PETA-Webseite nachts eine UV-Lampe an sein? Warum sollte ein Heizstein in Betrieb sein, wenn die Temperaturen in der Nacht stimmen?
Liebe Fachleute von PETA. Wenn Ihr schon mit solchen Kampagnen alle Reptilienhalter in einen Topf werft und damit den Leuten, welche seit Jahrzehnten diesem Hobby nachgehen, unterstellt, dass sie ihre Tiere nicht artgerecht pflegen und genau von diesen Leuten behauptet, dass sie keine Ahnung von dem haben, was sie tun, dann bringt doch bitte Fakten und nicht solchen Unsinn.
Mit solchen nachweislich unwahren Behauptungen macht ihr nicht nur euch und eure Kampagnen lächerlich, sondern nehmt damit auch in Kauf, dass ein schlechtes Licht auf eure prominenten Unterstützer fällt, denn mit denen betreibt Ihr ja kräftig Werbung für genau diese unwahren Kampagnen.





